E-Voting
Als E-Voting bezeichnet man bei demokratischen Wahlen die Abgabe der Stimme auf elektronischem Weg. In Österreich meint man damit vor allem Wahlen über das Internet.
Aus technischer Sicht wird die Thematik komplex, weil eine Reihe an Anforderungen an die Abhaltung von demokratischen Wahlen geknüpft sind.
Nahezu alle bestehenden elektronischen Anwendungen sind darauf ausgelegt, getätigte Aktionen nachvollziehen zu können. Schließlich will man zu unrecht überwiesenes Geld zum Beispiel zurücküberweisen können.
Bei Wahlen ist aber unter anderem Anonymität das Ziel. Lauten die Wahlgrundsätze doch schließlich frei, geheim und persönlich. Das geheime Wahlrecht kann bei der Stimmabgabe übers Internet nicht gewährleistet werden, denn anders als in einer Wahlkabine, kann einem am PC zum Beispiel jemand über die Schulter schauen und so auch die freie Entscheidung beeinflussen. Eine Vorstellung, bei der Erinnerungen an schlechtere Zeiten hoch kommen, als die Wahlkabine zwar da, aber wer sie benutzte geächtet war…
Bei der konventionellen Wahl mit Papier und Stift garantiert die Wahlkommission, dass jede/r Wahlberechtigte persönlich, frei und geheim seine Stimme abgeben kann. Bei E-Voting hingegen ist jede und jeder dafür selbst verantwortlich, kann die persönliche Entscheidung vor Hackern oder anderen Manipulationen aber nicht hundertprozentig schützen.
E-Voting in Österreich
In Österreich wird es auf Anordnung von Bundesminister Johannes Hahn in diesem Jahr den ersten Versuch von E-Voting bei den ÖH-Wahlen geben. Offenbar handelt es sich um einen Testlauf für einen späteren Einsatz von E-Voti ng bei Nationalratswahlen – die Studierenden werden so als „Versuchskaninchen“ missbraucht. Dies zeigt die Wertschätzung, die der Wissenschaftsminister den Studierenden entgegenbringt.
